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Kulturelles Leben in Langenau

Langenau

Hammersdorfer in Langenau

Entscheidend für die Wahl des neuen Wohnortes in Deutschland waren für die meisten Auswanderer aus Siebenbürgen der Wohnsitz von bereits früher ausgewanderten Familienangehörigen oder Bekannten und ein Wohnungs- und Arbeitsplatzangebot.

Für Hammersdorfer Auswanderer bildeten sich zwei Siedlungsschwerpunkte heraus: Langenau bei Ulm und Biberach an der Riß.

Ein erster Hammerdorfer, Simon Fleischer, kam als Kriegsinvalide bereits kurz nach Ende des zweiten Weltkrieges nach Langenau bei Ulm in ein Kriegslazarett. Nach seiner Genesung blieb er mit seiner Familie im Ort.
Nach einigen Jahren folgten zwei seiner Brüder aus Hammerdorf nach.
Erst Anfang der 70er Jahre trafen allmählich weitere Familien aus Hammersdorf in Langenau ein. Der Wahl des Ortes lagen verwandtschaftliche oder freundschaftliche Verhältnisse zu den bereits ansässigen Hammerdorfern, sowie deren Starthilfe zugrunde. Nebst der gegenseitigen Unterstützung bei der Bewältigung der Anfangsschwierigkeiten in der neuen Heimat, trafen sich die Hammerdorfer auch zum gemütlichen Beisammensein. Dabei kam es am 31. Januar 1981 zu ersten Überlegung bezüglich der Gründung einer Hammerdorfer Nachbarschaft in Langenau, was auch bald in die Tat umgesetzt wurde.

Erster Nachbarschaftsvater wurde Simon Fleischer. Seine Vertreter waren Michael Städter und Hans Haupt.
Die inneren Angelegenheiten der Langenauer Nachbarschaft wurden, wie vormals in Hammerdorf, mittels Statuten geregelt.
Sie werden hier nicht wörtlich, jedoch sinngemäß wiedergegeben:

  1. Die Nachbarschaftsmitglieder respektieren und schätzen sich untereinander.
  2. Der Jahresbeitrag beträgt 25 DM.
  3. Die Teilnahme an Beerdigungen von Mitgliedern der Nachbarschaft ist Pflicht. Davon entschuldigt ist man nur im Krankheitsfall.
  4. Unentschuldigtes Fehlen wird mit 10 DM bestraft.
  5. Die Beteiligung der Mitglieder an Unterhaltungen ist verpflichtend.
  6. Nur der Krankheitsfall entschuldigt.
  7. Unentschuldigtes Fehlen wird mit 10 DM bestraft.
  8. Das Einhalten der beschlossenen Termine von den Mitgliedern ist verpflichtend. Das Zuspätkommen wird mit 5 DM bestraft.
  9. Die Mitgliedsbeiträge und Strafgelder werden zugunsten der Nachbarschaft verwenden.
  10. Jährliche Veranstaltungen: Fasching, Gartenfest, Silvester
  11. Die Nachbarschaft organisiert jedes zweite Jahr ein Hammerdorfer Treffen.
  12. Ungesittetes Verhalten wird bestraft.
  13. Mehrheitsbeschlüsse sind für die Mitglieder verpflichtend.
  14. Jedes dritte Jahr findet bei der Hauptversammlung die Neuwahl des Nachbarschaftsvaters statt.

Ebenfalls im Jahre 1981 startete man eine Spendenaktion zur Finanzierung eines automatischen Glockenläutens für die Heimatkirche in Hammersdorf.
Die Aktion erbrachte Spenden in Höhe von 5.676,00 DM. Auch durch sie wollten die ausgewanderten Hammerdorfer ihre Verbundenheit mit der alten Heimat und ihren Menschen zum Ausdruck bringen.
Über die nachbarschaftlichen internen Veranstaltungen hinaus, organisierte die Nachbarschaft Ausflüge, Theaterbesuche, die Beteiligung am Festumzug in Dinkelsbühl und vieles mehr. Jährlich spendeten sie Geldmittel für die Pflege des Friedhofes in Hammersdorf. Heimatpflege vollzieht sich auch in kleinerem Rahmen wie Familienfesten und Freundeskreise.

Der Nachbarschaft in Langenau kann der ausserordentliche Verdienst zugesprochen werden,
das Hammersdorfer Gesellschaftsleben in der Bundesrepublik ins Leben gerufen zu haben
und lange Jahre erfolgreich fortgeführt zu haben.